Zeiler Baudenkmäler

Kreuzweg - XIII. Station

Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß Marias gelegt

  • Kreuzweg XIII. Station

    Links neben dem Käppele-Haupteingang steht die XIII. Station. Nach der Renovierung 2025

  • Kreuzweg XIII. Station

    Vor der Renovierung

  • Kreuzweg XIII. Station

    "Jesus liegt in dem Schooß Mariä"

  • Kreuzweg XIII. Station, Renovierung

    Während der Renovierung im Juli 2025

Hans Brech - 13. Station

Die Stationen XIII, XIV und XV sind unmittelbar ans Käppele gebaut (XIII und XIV befinden sich an der Westseite, links und rechts des Haupteingangs, XV an der Südseite). Da das Käppele selbst aber erst 1897 eingeweiht wurde, während der Kreuzweg aus dem Jahr 1880 stammt, kann das nicht immer so gewesen sein. Außerdem tragen diese drei letzten Stationen keine Stiftervermerke. Vielleicht weil sie später entstanden sind?

Die Station XIII zeigt, wie der vom Kreuz abgenommene Jesus in Marias Schoß liegt. Der Leichnam wird außerdem von Johannes gehalten. Bei der weinenden Frau rechts könnte es sich um Maria Magdalena handeln, die im Markus-Evangelium genannt wird. Die beiden Figuren im Hintergrund stellen wohl Jesus von Arimathäa und Nikodemus dar, die im Johannes-Evangelium erwähnt werden.

Der Erhaltungszustand der Station war auch schon vor der Renovierung 2025 recht gut. Insbesondere sind an den Figuren waren noch kleinste Details erkennbar. Die Inschrift ist nur teilweise lesbar.

Stifter: Kein Stiftervermerk

Beschriftung der Stele vorne

Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß Marias gelegt

Eine Szene, die heute noch so ähnlich aussehen könnte: Ein Verstorbener inmitten derer, die um ihn trauern.

Beschriftung der Stele rechts

Jesus wird vom Kreuz abgenommen und in den Schoß Marias gelegt

Ist das gerade wirklich passiert? Kann das wirklich sein? Jeder und jede in diesem Bild versucht gerade auf die eigene Art und Weise mit dem Verlust umzugehen. Im Zentrum steht Maria, die Mutter Jesu. In ihren Augen ist ein unendlicher Schmerz zu sehen. Sie blickt auf Jesus, ihr Kind... Er liegt da, wo sein Leben begonnen hat, in ihrem Schoß. Und vor ihrem inneren Auge laufen die Bilder von der gemeinsamen Zeit, von seiner Geburt bis jetzt, wie ein Film ab... es ist unfassbar... aber sie würde keinen Moment wieder hergeben. Das ist Liebe. Mutterliebe...

Es muss ein Albtraum sein... dieser Mensch kann doch nicht tot sein! Wir waren doch noch letztens erst zusammengesessen und haben miteinander gelacht... und jetzt soll ich seine Stimme nie mehr hören? Das will nicht in meinen Kopf... Es darf nicht wahr sein... Wir hatten doch noch so viel vor...

Ein Kind verlieren... das wohl schrecklichste, was man sich vorstellen kann... ein Schmerz, der nicht in Worte zu fassen ist...

Beschriftung der Stele links

Die Pietà

Die Darstellung von der trauernden Maria, die ihren toten Sohn in den Schoß gelegt bekommt, ist ein weit verbreitetes Bild in der christlichen Tradition. Eine der bekanntesten Darstellungen, die vom jungen Michelangelo gefertigt wurde, findet sich im Petersdom in Rom. Sie ist nebenbei bemerkt auch das einzige seiner Werke, das der berühmte Renaissance-Künstler signiert hat.

Doch auch in vielen anderen Kirchen ist eine sogenannte "Pietà" zu finden. Oft ist in der Nähe solcher Gnadenbilder die Möglichkeit ein Opferlicht anzuzünden. Denn viele Gläubige fühlen sich gerade in Krisensituationen mit dieser Maria besonders verbunden und vertrauen ihr ihre Sorgen und Gebete in Form einer Kerze an.

So findet sich diese Möglichkeit beispielsweise auch hier ganz in der Nähe: in der Ritterkapelle im benachbarten Haßfurt, wo es zwei Ausfertigungen gibt. Eine davon ist sogar das älteste Gnadenbild seiner Art in ganz Unterfranken.