Zeiler Baudenkmäler

Kreuzweg - VII. Station

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

  • Kreuzweg VII. Station

    "Jesus fällt das zweitemal unter dem Kreuze" nach der Renovierung 2026

  • Kreuzweg VII. Station

    Station VII war schon vor der Renovierung und dem kompletten Auseinanderbrechen (2017) in sehr schlechtem Zustand

  • Kreuzweg VII. Station

    "Jesus fällt das zweitemal unter dem Kreuze"

  • Kreuzweg VII. Station zerstört

    Auseinandergebrochen im Juli 2017

  • Kreuzweg VII. Station zerstört

    Auseinandergebrochen im Juli 2017

  • Kreuzweg VII. Station zerstört

    Auseinandergebrochen im Juli 2017

Hans Brech - 7. Station

Es grenzt an ein Wunder, wie wunderbar die VII. Station wiederhergestellt werden konnte, nachdem sie im Jahr 2017 völlig auseinandergebrochen war!

Im traditionellen Kreuzweg, der vierzehn Stationen aufweist, fällt Jesus dreimal unter dem Kreuz. In den Evangelien ist davon keine Rede. In der vorliegenden Darstellung versucht ein Scherge, in einer Hand einen Knüppel, den ganz am Boden liegenden Jesus wieder gewaltsam hochzuziehen. Diese Station war bereits vor der Renovierung und dem kompletten Auseinanderbrechen (Zerstörung? Von Ästen getroffen?) in einem sehr schlechten Zustand. Zwar waren die Figuren und auch die Beschriftung noch gut zu erkennen, aber dafür war der Sandsteinhimmel mehrfach gerissen und gebrochen. Auch zwischen Rückenwand und Seitenwänden klafften Risse.

Stifterin: "Kath. Steigner geb. Schäder von Zeil (1877)"


Nachtrag zum Zustand 2017 bis 2025: Im Juli 2017 ist die VII. Station völlig auseinandergebrochen (durch Vandalismus oder durch herabfallenden Ast?) Der komplette Aufsatz wurde vom Sockel geschlagen und ist zerbrochen (s. Bilder 4 - 6). Es war damals fraglich, ob diese Station gerettet und wieder aufgestellt werden kann. Bis zur Renovierung Herbst 2025 war vor Ort nur der leere Sockel vorhanden.

Beschriftung der Stele vorne

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Schon wieder reißt das schwere Kreuz Jesus zu Boden. Von einem Moment auf den anderen kann sich alles verändern. Doch wer nimmt sich dann die Zeit und zeigt Unterstützung?

Beschriftung der Stele rechts

Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Jesus kann nicht mehr, aus ihm spricht die pure Erschöpfung: Einen Soldaten hört man förmlich rufen: "Steh auf!" Vielleicht empfindet einer von ihnen sogar Mitleid: "Es tut mir leid... aber ich muss..." Muss er wirklich? Doch das alles, was um ihn herum passiert, geht völlig an Jesus vorbei. Alles ist wie hinter einer Nebelwand, einem Nebel der Erschöpfung... alles ist egal, es soll einfach nur vorbei sein...

Eine Nachricht, eine Diagnose, ein Urteil... und plötzlich ist alles ganz anders. Die Welt verschwindet in einem dumpfen Nebel und es ist alles taub. Sie reden mir gut zu, aber ich höre es nicht... sie zeigen mir meine Möglichkeiten auf, aber ich sehe nichts... sie erklären mir irgendwelche Details, aber ich bekomme nichts mit... es ist alles egal...

Ich würde ihm in dieser schweren Zeit ja so gerne beistehen... aber ich kann nicht. Was, wenn ich dann genauso in den Seilen hänge. Ich kann mir das gerade echt nicht erlauben. Ich muss funktionieren. Ich muss für MEINE Familie da sein... und die im Verein brauchen mich ja auch... also viel Zeit hab ich ja nicht... Ich muss...

Beschriftung der Stele links

Geschichte des Zeiler Kreuzwegs

  • 1727 Bau einer kleinen Maria‑Hilf‑Kapelle auf dem Kapellenberg; Aufstellen der Kopie eines Marienbildes von Lukas Cranach d. Ä.
  • 1864 Aufrichten der Kreuzigungsgruppe neben der Kapelle 1879 Anlegen des Kreuzweges durch den Käppeleswald
  • 1880 Aufbau der Kreuzwegstationen aus weißem Zeiler Sandstein; Reliefbilder des Bamberger Bildhauers Philipp Dorsch (1851–1923); Einweihung durch den Kapuzinerpater Franz Paul Lachenmaier aus Würzburg
  • 1897 Einweihung des neu errichteten Zeiler Käppele
  • 1917 Stadtpfarrer Johannes Dümler berichtet von Verwitterungen an den Stationen.
  • 1987 Sanierung der Kreuzwegstationen: Die künstlerisch wertvollen Reliefplatten werden mit Acrylharz getränkt und ausgehärtet
  • 2022 Die Stationen im Wald sind teilweise schwer beschädigt. Der steile Weg ist ausgewaschen und schwierig zu begehen
  • 2025 Gesamtsanierung des Pilgerweges und der Kreuzwegstationen; die Steinmetzarbeiten führte Bildhauer Stefan Böttcher aus Ziegelanger durch; moderne Impulse lieferte Pastoralreferentin Sandra Lohs
  • 2026 Neusegnung durch den Würzburger Bischof Dr. Franz Jung