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"Jesus begegnet den weinenden Frauen" (nach der Renovierung 2025);
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Vor der Renovierung 2025: Die Figuren sind noch gut erhalten, allerdings ist die Überdachung schon leicht brüchig.
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Kaum mehr zu lesen: "Jesus begegnet den weinenden Frauen" (noch weniger nach der Renovierung)
Kreuzweg - VIII. Station
Jesus begegnet den weinenden Frauen
Hans Brech - 8. Station
Die entsprechende Szene folgt im Lukas-Evangelium unmittelbar auf die Stelle mit Simon von Zyrene. Sie lautet: "Es folgte eine große Menschenmenge, darunter auch Frauen, die um ihn klagten und weinten. Jesus wandte sich zu ihnen um und sagte: Ihr Frauen von Jerusalem, weint nicht über mich; weint über euch und eure Kinder!"
Zustand vor der Renovierung 2026: Der Erhaltungszustand des Bildstocks ist akzeptabel, allerdings ist die Inschrift mit Stationsummer und -bezeichnung kaum mehr zu lesen. Nach der Renovierung ist der Text komplett ausgelöscht. Aber ansonsten ist der Bildstock sehr schön wiederhergestellt worden. Auch das Kreuz auf der oberen Deckplatte ist nun wieder vorhanden.
Stifter: "Nicolaus Baunacher von Zeil (1877)"
Beschriftung der Stele vorne
Jesus redet mit den weinenden Frauen (Lk 23,27–31)
Die weinenden Frauen sind ein Symbol für die Momente, in denen man etwas von dem zurückbekommt, was man gibt. Sie zeigen die Kraft des Mitgefühls.
Beschriftung der Stele rechts
Jesus redet mit den weinenden Frauen
Frauen und Kinder weinen um ihn. Sie, die Rechtlosen, die Außenseiter der Gesellschaft waren diejenigen, auf die Jesus immer zugegangen ist. Jenen, um die sich sonst niemand kümmerte, galt seine besondere Aufmerksamkeit. Und jetzt wenden genau sie sich ihm zu. Der Kreis schließt sich. Die Soldaten sehen das wahrscheinlich nicht so. Sie wissen nicht, was da gerade passiert, sie sind genervt und sehen nur: "Er trödelt wieder!"
Wie man in den Wald hineinschreit, so hallt es zurück... Man bekommt alles im Leben zurück... Sprichwörter, die ich nur allzu gut kenne, die ich oft unbedacht dahinsage, aber es steckt doch etwas Wahres dahinter. Wie zum Beispiel bei Menschen, die sich rührend um ihre alten Eltern kümmern und sie pflegen, weil sie ihnen etwas von dem zurückgeben wollen, was sie in ihrer Kindheit erfahren haben... Der Kreis schließt sich. Die Saat der Liebe, Zuwendung und Freundlichkeit trägt Früchte.
Wie blind bin ich doch manchmal. Wie Ich‑zentriert. Da treffen sich Leute, freuen sich, und lachen und ich rege mich darüber auf, weil sie meine Ruhe gerade stören...
Beschriftung der Stele links
Weinende Frauen: Die Frauen und Kinder haben Mitleid mit Jesus. Sie leiden mit. Sie lassen sich im Herzen von seinem Schicksal berühren. Mehr noch, sie scheuen sich nicht, das zu zeigen. Und Jesus wiederum nimmt das wahr und wendet sich ihnen zu.
Das ist Empathie. Diese Art von Mitgefühl anderen Menschen gegenüber zu zeigen, ist für die allermeisten nachvollziehbar. Aber wie sieht es mit der Natur aus? Kann ich ihr gegenüber dieses Mitleid entgegenbringen?
Der Sänger Peter Maffay hat Anfang der 90er Jahre genau das in ein Lied gefasst. Er personifiziert die Erde – nach der „Lady“ – und singt ihr zu: „Sorry Lady. Du tust mir leid.“ („Sag, wie lange noch kannst du dieses Kreuzweg weitergehn?“ Sorry Lady, was wird dann aus dir, wenn du bis zum Hals in Tränen stehst? („Nur ein Augenblick genügt, dich wütend zu zerstören. Und keiner will es hören. Und keiner will verstehen.“)
Dabei kann ich sehr wohl einen Beitrag zum Natur- und Umweltschutz leisten! Also – achtsam die Snackverpackung zurück in die Tasche stecken statt auf den Weg fallen zu lassen, vielleicht mal das Fahrrad statt des Autos nehmen. Das Gute ist auch: Viele kleine Beiträge machen viel aus!