Zeiler Baudenkmäler

Kreuzweg - VI. Station

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

  • Kreuzweg VI. Station

    Veronika reicht Jesus das Schweißtuch (nach der Renovierung 2025)

  • Kreuzweg VI. Station

    VI. Station vor der Renovierung

  • Kreuzweg VI. Station

    VI. Station nach der Renovierung, mit Stele

Hans Brech - 6. Station

Die Szene, dass eine Frau namens Veronika Jesus auf seinem Leidensweg ein Schweißtuch reicht, stammt nicht aus den Evangelien, sondern wird lediglich in einigen apokryphen Texten überliefert. Die Legende des wundertätigen Schweißtuchs mit Jesu Antlitz ist seit dem 12. Jahrhundert nachgewiesen, wird aber erst seit dem 15. Jahrhundert mit der Passion Christi in Zusammenhang gebracht.

Der Bildstock war auch schon vor der Renovierung in relativ gutem Zustand, insbesondere sind die Figuren vollständig erhalten. Die Sockel-Inschrift dagegen ist überhaupt nicht mehr lesbar.

Stifter: "J. Michael Sahlender und Barbara Schwinn von Zeil (1876)"

Beschriftung der Stele vorne

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Mit einer einfachen Geste drückt Veronika doch so viel aus. Sie zeigt, dass jede Art von Hilfe gut tut. Dem Gebenden, wie dem Empfangenden.

Beschriftung der Stele rechts

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Jesus ist Veronika zutiefst dankbar. Äußerlich mag es nicht viel gebracht haben, dass er sich Schweiß und Blut vom Gesicht wischen konnte, aber innerlich hat es ihm neue Kraft gegeben. Da hat sich ihm in diesem ganzen Meer von Ablehnern doch tatsächlich jemand zugewandt. Das stärkt ihn und lässt ihn seinen Weg weitergehen. Vielleicht spricht auch Veronika danach innerlich ein Dankgebet zu Gott: Danke, Herr, dass ich ein Erinnerungsstück an ihn habe... oder Danke, Herr, dass ich dir diesen Dienst erweisen durfte.

Eine kleine Geste... ein Händedruck, ein Lächeln, ein gutes Wort, die Möglichkeit einmal kurz auszuruhen... Es ändert nichts an den Umständen, und doch gibt es die Kraft weiterzugehen. Es ist ein kurzes Auftanken im Alltag. Manche Menschen tun uns mit solchen kleinen Gesten so viel Gutes, ohne dass sie es wissen... und gerade deswegen sind sie so wertvoll...

Wenn ich anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern kann, ist mir das mehr wert, als alles Geld der Welt. Diese Momente, in denen ich anderen ein kleines Stück vom Glück bieten kann, trage ich im Herzen, sie hinterlassen einen Abdruck in meiner Seele... an sie erinnere ich mich gern zurück...

Beschriftung der Stele links

Achtsamkeit ist etwas Ganzheitliches

Veronika ist mutig. Sie stellt sich als einzige gegen den Strom und wendet sich Jesus zu. Sie ist achtsam für seine Not und wird aktiv, während alle anderen sich verstecken oder unbewusst darüber hinweggehen. Achtsamkeit ist etwas Ganzheitliches.

Es ist nicht nur Kopfsache, sondern auch etwas Emotionales. Und so kann es nicht nur den bereichern, dem ich mich achtsam gegenüber verhalte, sondern eben auch mich selbst. Im Umgang mit der Natur muss ich manchmal "die Veronika" in mir entdecken. Ich muss achtsam werden für meine Umgebung. Manchmal muss ich mich mutig gegen den Strom der Bequemlichkeit oder der schlechten Angewohnheiten stellen. Ich kann andere für die Natur begeistern. Ich kann mich bei einem Natur- und Umweltschutzverband engagieren. Ich kann mich für meinen Wohnort oder meine Region einsetzen und beispielsweise an verschiedenen Aktionen wie Landschaftspflege, Baumpflanzungen oder Artenschutz teilnehmen.